Nachhaltige Pauschalreisen – geht das überhaupt?

Allein die Vorstellung daran, als „Pauschaltourist“ geführt zu werden, lässt bei vielen die Nackenhaare kraus stehen. Man denkt an Badelatschen mit Tennissocken, riesige Hotelanlagen mit überfüllten Pools und überladene All-Inklusive-Buffets – an Nachhaltigkeit und Individualismus denkt man – nicht. Dabei handelt es sich beim Wort Pauschalreise zunächst einmal um einen rein rechtlichen Begriff.

 

Die Pauschalreise spielt ihre Vorteile besonders in Corona-Reisezeiten aus

 

Rechtlich gesehen ist eine Pauschalreise eine Reise, bei der ein Vertrag zwischen Dir und dem Reiseveranstalter über mindestens zwei verschiedene Reiseleistungen (für dieselbe Reise) zustande kommt. In der Regel bedeutet das: Anreise (Bus, Zug, Flug) und Unterkunft. Es muss sich hierbei nicht um ein berüchtigtes Party-Hotel in El Arenal handeln, sondern es kann auch ein Bio-Hotel, eine familiengeführte Pension oder ein Ferienhaus sein.

Eine Pauschalreise bucht man üblicherweise über ein Reisebüro. Die EU-Pauschalreiserechtslinie regelt sehr ausführlich die Rechte bezüglich Transport und Unterkunft. Dies kann entscheidende Vorteile haben. Wer an verschiedene Airline-Insolvenzen denkt (z. B. Air Berlin oder Germania) weiß, dass das Geld diejenigen, die selbst ein Ticket gekauft hatten, verloren ging. Wurde die Reise hingegen über einen Reiseveranstalter gebucht, musste dieser eine alternative Beförderung sicherstellen.

 

Bei Stornierungen sind Pauschaltouristen besser geschützt

 

Laut dem Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) können in der Corona-Reisezeit „kurz bevorstehende Pauschalreisen in Länder, in denen die Reisewarnung weiterhin gilt, kostenfrei storniert werden“. Wird ein Flug aufgrund der Corona-Pandemie storniert, während Du im Urlaub bist, muss „der Reiseveranstalter die Kosten für den verlängerten Aufenthalt für bis zu drei Tage tragen.“

Das EVZ betont, dass Pauschalreisende „prinzipiell besser geschützt“ sind, als Individualtouristen. Das heißt: Spießer sind finanziell im Vorteil.

 

 

CO2 freundlich Reisen

 

 

So kannst Du eine Pauschalreise nachhaltiger gestalten

 

Die finanzielle Absicherung macht eine Pauschalreise also interessant – doch damit wird sie nicht automatisch fair, nachhaltig und cool. Stimmt. Doch: Es kommt darauf an, was Du daraus machst. Adiletten mit Tennissocken werden übrigens aktuell auch in Hipster Cafés getragen – so spießig kann die Kombi somit gar nicht sein!

 

 

CO2-Ausgleich selbst übernehmen

 

Fernreisen mit dem Flugzeug sind aus ökologischer Sicht am klimaschädlichsten. Die CO2-Bilanz ist am besten, wenn Du mit dem Zug in Deiner lokalen Region Urlaub machst – wenn Dir Deutschland nicht exotisch (oder warm) genug ist, ist ein Urlaub innerhalb Europas die Alternative. Den angefallenen CO2-Ausstoß für Deine Reise (insbesondere Flugreisen aber auch andere Reiseformen wie Kreuzfahrten) kannst du über Organisationen wie myclimate berechnen und selbst ausgleichen. Der Ausgleich funktioniert dadurch, dass Du einen bestimmten Betrag spendest, der für Klimaprojekte verwendet wird.

 

 

Nachhaltige Unterkunft wählen

 

Viele Reiseveranstalter kooperieren auch mit nachhaltig geführten Unterkünften. Wusstest Du, dass es auf Mallorca eine ganze Reihe von Bio-Hotels gibt? Das Hotel „Monnaber Nou“ zum Beispiel gewinnt seine Energie durch eine eigene Photovoltaikanlage und verwendet in der Küche regionale Produkte. Das Poolwasser wird ohne Chemie gereinigt und zusätzlich für die Bewässerung des Gartens verwendet. In diesem wachsen übrigens vom Aussterben bedrohte Baumarten. Auch für das selten gewordene mallorquinische Schaf setzt man sich hier ein.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen ökologisch geführter Hotels, Bauernhöfe und Ferienwohnungen. Von der Energiegewinnung, über die Vermeidung von Essensresten bis hin zu Reinigungsmitteln und der Personalschulung macht man sich an den verschiedenen Orten der Welt in der Tourismusbranche Gedanken.

Da man im Reisebüro immer einen persönlichen Ansprechpartner hat, kannst Du Dich hier genau beraten lassen, welche alternativen Unterkünfte es am gewünschten Reiseziel gibt (und ob Du diese zusammen mit der Hin- und Rückreise als Pauschalreise buchen kannst).

 

 

Fazit:

 

Eine Pauschalreise ist kein Klischee, sondern eine Reiseform. Diese hat durchaus ihre Berechtigung. Wenn Du den CO2-Ausstoß der Reise kompensierst und eine nachhaltige Unterkunft buchst, wird sie gleich ein ganzes Stück fairer und ökologisch vertretbar. Ob Du dabei Tennissocken trägst, bleibt Dir überlassen!

 

Wir hoffen unsere Empfehlungen und Tipps für eine Nachhaltige Pauschalreise haben Dir geholfen. Bereitest Du gerade Deine Nachhaltige Pauschalreise vor oder hast es schon hinter Dir? Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

 

 

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