Wie viel Nachhaltigkeit verträgt der Tourismus?

Häufig ist heute davon die Rede, nachhaltiger zu leben. Dabei geht es darum, die Ressourcen der Erde zu schonen. Nicht nur die CO₂-Belastung unserer Atmosphäre ist ein Problem. Besonders die Industriestaaten beuten die Rohstoffe des Planeten derart aus, dass sich natürliche Ressourcen nicht regenerieren können. Sie gehen für immer verloren.

 

Massentourismus hat seine Schattenseiten

 

Wenn es um die Rettung des Klimas und unseres Planeten geht, ist es nicht damit getan, die Regenwaldabholzung zu stoppen. Es geht um die Eindämmung der Überfischung, den weitgehenden Verzicht auf industrielle Verpackungen, die Verschwendung von Ressourcen.

Reisen ist wichtig, denn der Austausch von verschiedenen Kulturen fördert das Verständnis füreinander. Dies kann auch die Solidarität mit Menschen steigern, die in Not geraten. Wer eine engere Beziehung zu Menschen hat, kann sich in deren Lage meist besser einfühlen. Außerdem bieten fremde Kulturen häufig Inspiration für das eigene Leben. Den sozialen und kulturellen Vorteilen steht aber auch eine Belastung für unseren Planeten gegenüber.

 

Bewusstes Reisen trägt zur Nachhaltigkeit bei

 

Jeder kann zur Reduzierung der durch das Reisen entstehenden Belastungen beitragen. Das Umweltbundesamt kann leider keine aktuellen Aussagen zu den Umweltbelastungen treffen. Es verweist auf eine Untersuchung von 2002, deren generellen Aussagen nach Darstellung der Behörde bis heute Gültigkeit hat. Demnach ist die An- und Abreise am problematischsten.

Ein Verzicht auf Flüge wäre klimapolitisch sicherlich wünschenswert, ist aber kaum umzusetzen. Reisende können aber dazu beitragen, die Belastungen zu minimieren. Eine Möglichkeit ist es, auf kurze Zubringerflüge zu verzichten und stattdessen die Bahn zu nutzen. Auch die CO₂-Kompensation ist eine Möglichkeit, das Klima zumindest langfristig zu schonen. Klimaprojekte entfalten allerdings erst in ein paar Jahren eine Wirkung, die Belastung unserer Umwelt tritt jedoch sofort ein.

 

 

Dorthin reisen, wo die Menschen nachhaltig leben

 

 

Umweltschäden nicht nur durch Energieverbrauch

 

Die Belastung durch die Verbrennung von fossiler Energie ist jedoch nicht das einzige Umweltproblem. In den 1980ern war es noch schick, große Bettenburgen in die Höhe wachsen zu lassen. Heute setzen die Planer von Ferienobjekten eher auf Resorts mit niedrigen Gebäuden. Das Urlaubsklima ist hier meist entspannter, aber die Anlagen haben auch ein Problem: Sie benötigen deutlich mehr Fläche. Der Flächenverbrauch hat sich dadurch deutlich erhöht.

Auch die touristische Infrastruktur spielt eine Rolle für die Nachhaltigkeit einer Reise. In Mexiko ist der „Maya-Zug“ ein Beispiel, wie touristische Infrastruktur ein ganzes Ökosystem und die Existenz vieler Menschen in der Ferienregion gefährden kann. Der Zug soll Urlauber von der Halbinsel Yucatan über eine hochmoderne Strecke zu den historischen Stätten der Mayas fahren. Das Problem: Für die 1.500 Kilometer lange Strecke muss Regenwald gerodet werden. Die Trasse führt zudem durch Siedlungsgebiet der indigenen Bevölkerung, die bei der Planung des Projekts übergangen wurde.

Wie verhält man sich als Tourist zu diesem Zug? Soll er genutzt werden? Sollte Yucatan als Urlaubsziel gemieden werden? Tourismus ist häufig der einzige Arbeitgeber in Ferienregionen. Ein Boykott würde Unschuldige in Not bringen. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, ob Kurzstreckenflüge das Problem besser lösen. Wohl eher nicht. Den Touristen den Besuch der Maya-Stätten zu verbieten, ist eine Idee aus totalitären Zeiten. Es benötigt eine intelligente Lösung.

 

 

In Deutschlands Ferienregionen arbeiten Unternehmer an nachhaltigen Lösungen

 

Ein Beispiel sind die ostfriesischen Inseln. Nicht nur das Wattenmeer und die Strände sind hier eine Reise wert. Die Nordseeluft entfaltet eine besondere, heilende Wirkung. Die Dünenlandschaften und Salzwiesen sind einzigartige Biotope, die durch umweltschädliche Abgase gefährdet sind. Eine Schädigung der Natur gefährdet die Lebensgrundlage vieler Einheimischer. Dessen sind sich auch Unternehmer bewusst, die nicht direkt vom Gastgewerbe abhängen.

Die Inselwelt in der Nordsee ist nicht nur verletzlich, sie ist vom Festland anhängig. Alles, was auf den Inseln verbraucht wird, muss vorher vom Festland geliefert werden. Den großen Spediteuren ist dieser Aufwand zu groß. Sie überlassen den Weg über das Meer den örtlichen Logistikfirmen. Für Norderney ist dies ein Glücksfall, denn statt einem Diesel-Laster setzt ein elektrischer Transporter von MAN mit der Fähre über. Der Kleinlaster beliefert nicht nur die Geschäfte, sondern bringt auch die Pakete auf die Insel.

 

 

Dorthin reisen, wo die Menschen nachhaltig leben

 

Für Norderney bedeutet es weniger Emissionen, was positive Auswirkungen auf die Luftqualität garantiert. Für das Eiland, das sich auch die Thalasso-Insel nennt, ist dies sicher nur ein kleiner Effekt. Macht er aber Schule, würde sich in vielen Kurorten die Luft nachhaltig verbessern lassen. Zudem sind Elektrofahrzeuge leise. Mal vom Rollgeräusch abgesehen, hört der Passant nichts. Fußgänger und Radfahrer müssen sich daran gewöhnen, dass sie sich nicht auf ihr Gehör verlassen dürfen. Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung: kleine Klingeln an den Seitenspiegeln.

Neben der Wahl möglichst nachhaltiger Urlaubsziele, einer klimaneutralen An- und Abreise und der Wahl nachhaltiger Unterkünfte, können Urlauber noch mehr tun. Vor Ort gehört dazu, nachhaltige Verkehrsmittel zu nutzen. Die Alternativen für einen Mietwagen sind das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel. Strom lässt sich durch das Abschalten von Klimaanlagen sparen. In Malariagebieten halten sie allerdings Moskitos fern. Es ist immer eine Abwägungsfrage, die jeder eigenverantwortlich durchführen muss.

 

 

Fazit

 

Reisen verbraucht Ressourcen, dessen sollten sich Urlauber immer bewusst sein. Neben den Möglichkeiten, Projekte zum Klimaschutz zu fördern, sollte jeder überlegen, wie er Ressourcen schonen kann.

 

Wir hoffen unsere Empfehlungen und Tipps für nachhaltiges Reisen haben Dir geholfen. Bereitest Du gerade Deine Nachhaltige-Reise vor oder hast es schon hinter Dir? Haben wir etwas Wichtiges vergessen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar!

 

 

Hier findest Du weitere Ratgeber & hilfreiche Beiträge zum Thema:

Nachhaltigkeit

 

 

*Hinweis: Die gekennzeichneten Links sind Affiliate Links. Wir bekommen eine kleine Provision vom Anbieter wenn Du darüber ein Produkt bestellst. Der Preis verändert sich für Dich nicht, Du hast also keinerlei Nachteile davon.

Im Gegenteil: Dadurch hilfst Du uns auch weiterhin tolle Artikel auf reisefroh veröffentlichen zu können. Danke! 🙂

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Kommentar senden

Go to Top