Georgien als Selbstfahrer: Mit dem eigenen Auto durch den Kaukasus

Anne Duchstein | reisefroh.de Autor/in: Anne Duchstein

Planst Du als Selbstfahrer Georgien zu entdecken? Mit Deinem eigenen Auto einzureisen oder Dir vor Ort einen Mietwagen zu leihen?

Dann bist Du hier genau richtig, denn wir haben uns auf dieses Abenteuer eingelassen und möchten in diesem Artikel unsere Erfahrungen und Tipps mit Dir teilen.

 

31 Tage lang sind wir mit unserem Campervan von der Westküste am Schwarzen Meer, bis in die Berge des großen Kaukasus und weiter durch die georgische Steppe gereist. Alle Infos dazu gibt’s jetzt hier! 🙂

 


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Unser Tipp: Auch wenn Du mit dem eigenen Auto unterwegs bist, musst Du auf all das nicht verzichten. Die Reiseexperten von Fairaway helfen Dir bei der Organisation Deiner Reise nach Georgien, beraten Dich ehrlich im Vorfeld und geben Dir wertvolle Tipps.

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Als Selbstfahrer durch Georgien: Roadtrip-Abenteuer im Kaukasus

 

Hinter uns liegt ein spannender Roadtrip durch Georgien

Wir haben auf Kuhweiden übernachtet, auf Parkplätzen, die sich als Party-Hochburgen entpuppten, konnten die Einsamkeit der atemberaubenden Natur erleben sowie das pulsierende Nachtleben der Städte. Drei Tage lang haben wir in georgischen Werkstätten verbracht, zwei Wochen in der wunderschönen Hauptstadt Tiflis.

 

Mal konnten wir kaum glauben wie gut die Straßen sind und andere Male ist unser alter Mercedes MB100 an seine Offroad-Grenzen gekommen. Als Selbstfahrer durch Georgien zu reisen ist ein großes Abenteuer, spannend und der Inbegriff von Freiheit!

Übrigens: Im Beitrag Georgien Reise findest Du ein paar tolle Routenvorschläge (inkl. Kosten und unserem Reisebudget).

 

Georgien Selbstfahrer: Durch den Kaukasus

Mit unserem Campervan sind wir von Deutschland bis nach Zentralasien gefahren. Auf dem Weg haben wir auch Georgien durchquert.

 

 

Einreise nach Georgien mit dem eigenen Auto

 

Grenzen sind immer ein ganz besonderer Augenblick und der erste Kontakt mit einem Land, von dem man häufig noch nicht so recht weiß, was einen erwartet. Es ist auch ein kurzes Zittern ob die Einreise problemlos verläuft oder man doch mehr oder weniger zufällig rausgezogen wird.

Gespannt stehen wir also einige Meter vor der georgischen Grenze und warten.

 

Ich (Anne) muss als Beifahrerin aussteigen und zum Grenzübergang für Passagiere laufen, während Sebastian im Auto bleibt und fährt. Als Sebastian den Zollbeamten mit einem russischen „Strastviedje“ (Hallo) begrüßt wird aus der Kontrolle der Beginn eines wunderbaren Smalltalks. Neugierig fragt der Beamte wie viel unser Auto gekostet hat, wo wir schon überall waren und vieles mehr…

Es dauert keine 10 Minuten, da haben wir beide einen neuen Stempel im Reisepass ohne dass auch nur irgendjemand einen müden Blick in unser Auto geworfen hätte. „Eine gute Fahrt“ bekommen wir noch gewünscht und „eine schöne Zeit in Georgien“. 🙂

 

Für die Einreise als Selbstfahrer benötigst Du die folgenden Dokumente:

  1. Reisepass (muss bis Ende der geplanten Reisedauer gültig sein)
  2. Nationaler Führerschein & Internationaler Führerschein
  3. Zulassung des Autos

 

Während Personen mit der Deutschen Staatsbürgerschaft sich bis zu einem Jahr visafrei in Georgien aufhalten dürfen, können PKWs 90 Tage lang zollfrei eingeführt werden. Tagesaktuelle Informationen dazu findest Du beim Auswärtigen Amt.

 

Georgien Selbstfahrer: Roadtrip

Kühe über Kühe: Auf den Straßen fühlen wir uns manchmal wie in Indien und auch beim Frühstück bekommen wir öfter mal vierbeinigen Besuch. 🙂

 

 

Haftpflichtversicherung für das eigene Auto in Georgien

 

Im Ausland zugelassene Fahrzeuge müssen eine georgische Haftpflichtversicherung abschließen.

Sie muss auch dann abgeschlossen werden, wenn bereits eine deutsche Versicherung für Dein Fahrzeug vorliegt. Der Erwerb der Police ist dabei denkbar einfach, denn sie kann in Englisch ganz einfach online gekauft werden auf dieser offiziellen Webseite.

Alternativ dazu gibt es auch im Land diverse Stellen (z.B. Pay-Box, Service-Zentren, Banken) wo die Versicherung erworben werden kann.

 

Kosten: Für 30 Tage haben wir 50 GEL gezahlt, umgerechnet knapp 18€.

Unsere Erfahrung: An der Grenze wurden wir nicht nach einer Haftpflichtversicherung gefragt und es wurde auch nicht verlangt, dass wir eine abschließen. Allerdings wissen wir von anderen Selbstfahrern, dass bei Polizeikontrollen der Nachweis über eine gültige Versicherung verlangt wird (und es sehr teuer werden kann falls keine abgeschlossen wurde!).

 

 

Mietwagen in Georgien

 

Falls Du nicht mit Deinem eigenen Auto einreist, aber trotzdem in den Genuss der Freiheit als Selbstfahrer kommen möchtest, bietet es sich an einen Mietwagen zu nehmen. Wir haben einige getroffen, die genau das gemacht haben.

In der Hauptstadt Tiflis gibt es mehrere Vermietungsgesellschaften, wie z.B. Hertz, EuropCar, Sixt und viele weitere…

 

Georgien Selbstfahrer: Einreise und Versicherung

Einen schönen Schlafplatz zu finden ist in Georgien meistens kein Problem.

 

 

Autofahren in Georgien: Unsere Tipps für Selbstfahrer

 

Eigentlich sind die Georgier sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Sobald sie aber hinter dem Steuer sitzen ist all die orthodoxe Nächstenliebe vergessen. 😉

Auch ein ausländisches Nummernschild ist kein Grund um Rücksicht zu nehmen. Aus zwei Spuren werden eigentlich immer 3, gelegentlich auch 4 gemacht. Es wird überholt was das Zeug hält, Schlaglöcher werden mit Vollgas überfahren. Hupen sind manchmal ein Warnsignal, hin und wieder ein freundliches „Hallo“, häufig auch ein „ich überhole jetzt“.

 

Wir haben die Georgier gerade in Städten als recht aggressive Fahrer empfunden, den Verkehr als chaotisch.

Auf der rechten Fahrbahn wird ohne den Blinker zu setzen öfter mal angehalten um Leute ein- oder auszuladen und wenn man selbst abbremst (z.B. bei Bodenwellen, Schlaglöchern oder bei Baustellen) kann man damit rechnen angehupt oder überholt zu werden.

 

Die rabiate Fahrweise zeigt sich auch in den zahlreichen fehlenden Stoßstangen. In keinem anderen Land haben wir bisher so viele offensichtliche Unfallwagen gesehen.

Unser Tipp: Sei ausgeschlafen, bestehe nicht auf Deine Vorfahrt, fahre passiv, vorausschauend und es wird schon klappen. 🙂

 

Georgien Selbstfahrer: Verkehr

Kaputte Autos sind kein seltener Anblick auf den georgischen Straßen!

 

 

Die wichtigsten Verkehrsregeln

 

Im Grunde genommen gelten dieselben Verkehrsregeln wie in Westeuropa, auch wenn sie hier sehr großzügig ausgelegt werden. 😉

Geschwindigkeitsbegrenzung: Innerorts liegt sie meistens zwischen 30 und 60 km/h, außerorts zwischen 80 und 100 km/h. Es gibt kaum Hinweisschilder. Die Höchstgeschwindigkeit wird in der Praxis durch den schlechten Zustand der Straßen begrenzt.

Die Promillegrenze liegt bei 0%.

 

Parken: Es ist grundsätzlich kein Problem einen Parkplatz zu finden und auch in der Hauptstadt Tiflis war es relativ leicht. Vor Sehenswürdigkeiten sind die Parkplätze hin und wieder gebührenpflichtig (Kosten zwischen 0,5 Cent und 1€), dann stehen dort Männer in gelben Warnwesten, die zwischen 0,5 Cent und 1€ verlangen.

In Städten sichern sich manchmal Obdachlose ein kleines Nebeneinkommen indem sie sich einfach gelbe Warnwesten anziehen, Autos einweisen und eine kleine Gebühr dafür verlangen. Es ist als Ausländer fast unmöglich zwischen offiziellen und nicht offiziellen Parkwächtern zu unterscheiden.

Deswegen würden wir Dir empfehlen die kleine Gebühr zu bezahlen wenn sie verlangt wird. Oft reicht schon 1 Lari (~ 35 Cent) als kleines Trinkgeld.

 

In den Städten gibt es manchmal gebührenpflichtige Parkplätze, dann muss man (theoretisch) einen Parkschein am Automaten kaufen. Wir haben mit unserem deutschen Kennzeichen darauf verzichtet, in Batumi einen Strafzettel erhalten (10 Lari ~ 3,50€) und einfach ignoriert. Es hat niemals mehr jemand danach gefragt.

Es wäre aber möglich gewesen zu einer beliebigen Bank zu gehen um das Verwarnungsgeld zu begleichen. 😉

 

Georgien Selbstfahrer: Navigation GPS

Wer falsch parkt bekommt eben auch in Georgien einen Strafzettel.

 

 

Der Zustand der Straßen: Autobahnen, Landstraßen & Feldwege

 

Der Zustand der Straßen schwankt sehr stark und ist unvorhersehbar.

Manchmal ist eine Straße wunderbar asphaltiert, gefolgt von einer Ruckelpiste, einer Schlaglochpiste und dann glänzt alles wieder in wunderschönem Asphalt. Außerhalb der Hauptverkehrsstraßen (E: Abkürzung für Autobahn & S: Abkürzung für eine Landstraße) sind wir mit unserem nicht-4×4-Fahrzeug doch an die Grenzen gekommen.

 

Wir konnten zwar alle Wege zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Georgien problemlos erreichen, aber wir mussten etwas Zeit in die Streckenplanung investieren und das ein oder andere Mal auch umdrehen, da der Versuch die Hauptverkehrsstraßen zu verlassen öfters mal scheiterte… 😉

 

Georgien Selbstfahrer: Offroad Straße

Manchmal ist es eben doch mehr Loch als Straße.

 

 

Wild Camping Georgien: Frei stehen oder Campingplatz?

 

Georgien ist ein Paradies um wild zu campen und frei zu stehen. Wir hatten nie Probleme und haben angesichts der wenigen Campingplätze die meiste Zeit wild gecampt.

Eine perfekte Möglichkeit um Schlafplätze zu finden ist die kostenlose App iOverlander. Hier kann jeder seine Stellplätze eintragen, es kann kommentiert und bewertet werden.

In der App sind auch die wenigen Campingplätze der Region eingetragen, Duschgelegenheiten und Möglichkeiten um die Wassertanks zu füllen.

 

Um wirklich autark zu sein haben wir eine Solaranlage auf unserem Campervan installiert. Sebastian hat dazu einen sehr ausführlichen Beitrag geschrieben mit vielen Tipps und einer Montageanleitung: Solaranlage Wohnmobil.

 

Georgien Selbstfahrer: Campingplatz Outdoor

Manchmal muss improvisiert werden und wir nutzen unsere Außendusche. 🙂

 

 

Tankstellen & Treibstoff

 

Die Tankstellendichte in Georgien ist wirklich sehr gut. Zu unserer großen Überraschung gab es sogar in der etwas abgelegenen Bergstadt Mestia in Swanetien noch mehrere Tankstellen.

Durchschnittlich haben wir etwa 80 Cent pro Liter Diesel bezahlt. Auf der Webseite Globalpetrolprices.com findest Du die aktuellen Benzin- und Dieselpreise für alle Länder der Welt.

 

 

Werkstätte & Ersatzteilbeschaffung

 

Gefühlt ist Georgien so etwas wie der Schrottplatz Deutschlands (und der Niederlande) für alte Autos. 

Überall sieht man Kleintransporter mit alten deutschen Firmenlogos, ausrangierte Taxis aus Europa und Marschrutkas mit über 800.000 Kilometern. Wobei das bei der nicht gerade schonenden Fahrweise durchaus eine Überraschung ist.

Dementsprechend haben viele kleine Lädchen diverse Ersatzteile im Angebot und es haben sich zahlreiche Werkstätte im ganzen Land angesiedelt.

 

In Tiflis gibt es darüber hinaus Zweigniederlassungen aller großen Automobilhersteller, die zu einem deutlich günstigeren Stundenlohn arbeiten als in Deutschland! Wir haben im Mercedes-Center eine Reihe neuer Ersatzteile bestellt und für wenig Geld eine komplette Inspektion machen gelassen.

Tiflis im Allgemeinen ist ein sehr guter Ort um sein Auto technisch noch einmal zu überholen. Viele Overlander, die wir getroffen haben, haben sich Ersatzteile direkt aus Deutschland hierher schicken lassen und diverse Reparaturen durchgeführt.

 

Georgien Selbstfahrer: Werkstatt und Ersatzteile

Inspektion in der Mercedes-Werkstatt Tiflis & kleinere Reparaturen.

 

 

Navigation in Georgien & Internet

 

Das Internet in Georgien ist landesweit wirklich sehr gut. Deswegen haben wir ausschließlich über Google Maps navigiert.

Auch wenn Google in Georgien nicht alles weiß, wir öfter mal vor eine Straßensperrung oder Einbahnstraße standen, hat die Navigation im Großen und Ganzen gut geklappt.

Alternativ bietet sich die App Maps.me an.

 

Unser Internet Tipp: Wir haben uns für den Internetanbieter Magti entschieden, der landesweit eine exzellente Netzabdeckung hat. Fast überall ist gutes 4G verfügbar. Dank unserem mobilen Router und unserer Antenne war es sogar ausreichend gut um von überall aus arbeiten und Videos streamen zu können.

Da wir ortsunabhängig unser Geld verdienen ist eine stabile Internetverbindung für uns unverzichtbar. Unsere Tipps und die wahrscheinlich günstigste und einfachste Lösung für Internet unterwegs findest Du im Beitrag: Internet im Wohnmobil.

 

 

Mit dem eigenen Auto durch Georgien: Unser Fazit

 

Anne und Sebastian von reisefrohGeorgien ist landschaftlich ein Traum, kulinarisch ein absolutes Highlight (Lesetipp: Georgische Küche – Top 10 Gerichte) und bei Weitem noch nicht überlaufen.

Der richtige Zeitpunkt um das kleine Land im Kaukasus zu entdecken ist genau jetzt!

Etwas anstrengend fanden wir die etwas zu offensive Fahrweise der Georgier, die Ruckelpisten und manchmal hätten wir uns einen „richtigen“ Campingplatz gewünscht um nochmal duschen zu können. Gleichzeitig haben wir aber die Freiheit genossen überall stehen zu dürfen und die Unabhängigkeit geliebt überall hinfahren zu können.

Georgien ist ein Land in das wir definitiv wiederkommen werden und das wir jedem ans Herz legen können – egal ob Selbstfahrer oder nicht. 🙂

 

 

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GEORGIEN

 

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13 Kommentare

  1. Da steigt direkt die Abenteuerlust in mir auf wenn ich euren Beitrag lese. Mit dem Auto nach Georgien… Vielleicht mach ich das ja irgendwann auch mal 🙂
    Danke für die Inspiration.

  2. Hallo, ihr zwei Georgien- Reisende!
    Wir ( fips-womoreisen) sind auf alle möglichen Reiseblogs unterwegs, um uns über die Einreise nach Georgien zu informieren. Geplant ist ďie Fahrt mit dem eigenen Camper über die Balkanländer und dann immer am türkischen schwarzen Meer entlang. Jetzt lesen wir gerade in einem Blog, in dem die Womoreisenden auf der Rückreise aus Asien mehrmals mit vorgehaltener Waffe in der Türkei kontrolliert wurden. Welche Erfahrungen habt ihr bei eurer Reise durch die Türkei gemacht. Von Russland aus gibt es wohl keine Option nach Georgien zu kommen? Da wir einen Hund haben, kommt die drei- Tages-Schiffsreise übers Schwarze Meer auch nicht in Frage. Über eine Antwort würden wir uns freuen.
    Liebe Grüße und weiterhin viel Freude am Reisen! Edwin und Sigrid

    • Hallo ihr Beiden,

      alleine beim Lesen eurer Pläne würde ich am liebsten sofort in den Camper steigen und losfahren. Wir sind exakt dieselbe Route gefahren (Balkan, Türkei am Schwarzen Meer entlang nach Georgien, dann aber weiter über Armenien in den Iran). Es war fantastisch! Wir können wirklich nur Positives berichten! Und ganz besonders die Türkei ist uns in so guter Erinnerung geblieben, sodass wir am überlegen sind diesen oder nächsten Sommer dorthin zurückzureisen. Die Grenzbeamten waren entlang der gesamten Strecke wirklich freundlich. Sowohl in der Türkei als auch in Georgien hatten wir überhaupt gar keine Schwierigkeiten und haben auch während der gesamten Zeit keine Bewaffneten Militär gesehen. Es gibt für die Länder außerhalb Europas eine sehr praktische App. iOverlander heißt sie – dort tragen Reisende Stellplätze ein, Werkstätte, Erfahrungen an Grenzübergängen etc. Dank der App ist es möglich immer die aktuellsten Informationen von anderen Overlandern zu bekommen und so auch bei kurzfristigen gesetzlichen Änderungen oder Straßenverhältnissen auf dem Neusten Stand zu sein. Aber wir haben wirklich von niemandem gehört, der in der Türkei Schwierigkeiten hatte…ganz im Gegenteil: die Menschen sind unfassbar gastfreundlich!

      Es gibt zwischen Georgien und Russland einen Grenzübergang, den Grenzübergang Dariali/Hoher Lars an der M3, der sogenannten „Georgischen Heerstraße“. Der Grenzübergang liegt direkt hinter Stepantsminda (dort befindet sich die Gergeti Dreifaltigkeitskirche – eine der Hauptsehenswürdigkeiten des Landes). Für Russland würden wir euch – je nachdem wie lange ihr im Land bleiben möchtet – ein Transitvisum empfehlen. Die Beantragung ist recht unkompliziert und kann auf jeder Russischen Botschaft (auch im Ausland) erfolgen.

      Falls ihr noch Fragen habt, meldet euch jederzeit sehr gerne bei uns. Wir wünschen euch eine fantastische Reise!!

      Viele liebe Grüße
      Anne

  3. Hey Reisefroh, wir sind gerade mit unserem Peugeot Wohnmobil (aka RockandRollCaravanCafe) in Georgien und müssen eine Entscheidung treffen.
    Wir verlieren etwas Öl und unsere Antriebswelle hat auch einen Knall weg. Wir haben heute ein paar Werkstätte abgeklappert und nach der 5.-6. Werkstatt wollten wir schon aufgeben. Wir haben ein Wohnmobil auf einem Peugeot J5 280L Bj 1987, es scheint sehr schwer zu sein hier Teile zu bekommen. Alle haben uns weggeschickt.
    Wir haben dann vor einem Supermarkt geparkt als uns ein ältere Mann angesprochen hat. Er konnte nicht glauben dass wir mit dieser „antiquität“ bis nach Georgien gefahren sind. Naja jedenfalls hat er uns dann zu einer Werkstatt gebracht und die wollen unseren Schaden für 1000 Lari beheben.

    Ihr habt über Werkstätten geschrieben, Dichtung zum Motorraum beim Zahnriemen wechseln plus Antriebswelle reperarieren, die meinen 2 Tage arbeit 1000 Lari.
    Was habt ihr oder auch andere Reisende für die Werkstatt bezahlt?
    Danke schonmal!

    • Hey ihr Lieben,
      vielen Dank für euren Kommentar! Es freut uns zu lesen, dass ihr eine Werktstatt gefunden habt! Seid ihr in Tiflis? Dort ist die Auswahl an Werktsätten und Ersatzteilen am größten. Es gibt dort auch einige Autoteile-Läden wo man sich selbst mal auf die Suche nach Ersatzteilen machen kann. Wo genau die sind weiß ich nicht mehr, aber sie sind nicht schwer zu finden – einfach mal fragen. Wenn ihr genau wisst was ihr braucht, wäre auch das eine Möglichkeit.
      Wir haben auch so eine „Antiquität“ und haben uns damals die Ersatzteile (die wir vor Ort nicht bekommen haben – ein Radlager) nach Georgien schicken gelassen. Mit Luftfracht ging das sehr schnell. Falls ihr also ein schlechtes Gefühl bei der Werkstatt habt oder dass sie euch übers Ohr hauen wollen, könnt ihr die Ersatzteile auch einfach selbst besorgen und dann bei einer beliebigen Werktstatt einbauen lassen.
      Kennt ihr die App iOverlander? Dort sind zahlreiche Werkstätte weltweit eingetragen mit Empfehlungen und Erfahrungen von sehr vielen anderen Overlandern.
      Ob die 1.000 Lari teuer sind oder nicht kann ich überhaupt nicht einschätzen. Als reiner Stundenlohn für die Zeit (ohne Ersatzteile) ist es zu viel würde ich sagen. Wenn sie aber auch die Ersatzteile besorgen, dann kann der Preis auch sehr fair sein.
      An eurer Stelle würde ich mal im Internet schauen wie teuer die Ersatzteile sind damit ihr ein Gefühl bekommt ob der Preis gerechtfertigt ist oder nicht…
      Wir haben damals in der offiziellen Mercedes-Werktstatt in Tiflif (dort war ein netter Mitarbeiter, der fließend deutsch gesprochen hat) 110 Lari gezahlt für den Wechsel der Antriebswellenmanschette (ohne Ersatzteil) für ca. 4 Stunden Arbeit, also ca. 10€ die Stunde.
      Wir drücken euch die Daumen und wünschen euch viel Erfolg!
      Liebe Grüße
      Anne

  4. Hey Anne, vielen Dank für deine Antwort.
    Ja wir kennen iOverlander, so sind wir auch zu der ersten Werkstatt gekommen von der wir dann zur 2. 3. usw. gekommen sind. Das Problem hier ist a) es gibt Ersatzteile und b) die Mechaniker kennen sich nicht mit dem Modell aus.
    Wir haben jetzt einen Mechaniker in der Türkei gefunden der uns ein paar Teile schickt und dann hoffen wir dass die Antriebswelle noch eine Weile durchhält 🙂
    Schöne Grüße

  5. Hallo!

    Ich hätte mal eine Frage. Wir möchten mit meinem Freund diesen Sommer nach Georgien mit unserem eigenen Camper über die Türkei fahren. Wir lieben Abenteuer und wunderschöne Landschaften. Deshalb scheint die route nach Georgien perfekt zu sein. Wir haben nur eine Angst. Unser Camper ist ein neu ausgebauter Mercedes Vito, natürlich mit deutschen Kennzeichen. Gibt es Gefahr dass das Auto geklaut wird? Dass der Verkehr in den georgischen Städten chaotisch ist, das haben wir schon gelesen. Vor ein paar Schrammen am Auto haben wir keine Angst, das kann man immer noch reparieren lassen. Aber wenn das Auto geklaut wird, das ist ne andere Nummer… was ist eure Meinung dazu?
    Das Auto sieht ja ziemlich hochwertig aus.

    Meine zweite Frage betrifft die Temperatur im Juli. Wir möchten 3 Wochen dort verbringen. Ich habe auch gelesen, dass die Temperaturen im Sommer sehr heiss werden können, vor allem Richtung Richtung Osten. Kann man überhaupt im Auto schlafen? Und das 3 Wochen lang?

    Sagt bitte mal Bescheid!

    Lg aus Dresden,

    Quentin.

    • Hallo Quentin,
      vielen Dank für Deinen Kommentar. Es freut uns über eure Reisepläne nach Georgien zu lesen! 🙂
      Wir hatten ehrlich gesagt nie Angst davor, dass unser Auto geklaut werden könnte und auch von anderen Reisenden, die mit sehr teuren Toyota Land Cruisern oder Unimogs unterwegs waren nie irgendetwas Negatives gehört. Ich schätze das Risiko nicht höher ein als in Europa… Falls ihr dennoch Sorgen habt, könnt ihr euer Auto auch einfach auf bewachten Parkplätzen abstellen, davon gibt es zumindest vor Sehenswürdigkeiten und in Städten recht viele und nachts habt ihr ja ohnehin vor darin zu übernachten…
      In Georgien kann der Sommer heiß werden, wobei die Temperaturen im Kaukasus in den Bergen trotzdem so sind, dass man im Auto übernachten kann. Es kommt natürlich darauf an wie empfindlich ihr bei warmen Temperaturen seid – da ist jeder anders. Uns hat es im Sommer nichts ausgemacht im Auto zu übernachten und gerade im Iran war es mit über 40Grad doch deutlich heißer als in Georgien.

      Ich wünsche euch eine schöne Reise und ganz viel Freude! 🙂
      Anne

  6. Ein sehr informativer Bericht und tolle Webseiten.
    Ich plane in Kürze mit meinem VW Bus T6 eine Tour nach Georgien. In diversen Listen wird der Schwefelgehalt im georgischen Diesel mit <500 ppm angegeben, in der EU sind 10 ppm erlaubt. Habt Ihr mit dem hohen Schwefelgehalt Probleme gehabt bzw. stimmt diese Angabe?
    Viele Grüße
    Olaf

    • Hi Olaf, vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Zum Schwefelgehalt im Diesel kann ich leider nicht viel sagen, da wir mit einem 30 Jahre alten MB100 unterwegs sind der so ziemlich alles „frisst“!! 😀 Aber in Georgien fahren wirklich alle Modelle und Altersklassen von uralt bis brandneu. In Tiflis habe ich auch schon den ein oder anderen T5 und T6 gesehen…
      Viel Spaß auf Deiner Reise!! 🙂
      Sebastian

  7. Ich habe Ihre Seite fast per Zufall gefunden – sehr interessant.
    Da ich schon 4 mal in Georgien war, mal einige Informationen. Reiseroute – am besten über die Türkei – gute Straßen, einfache Grenzkontrollen. Über Russland – Straßen OK, aber Grenzübergang bei Stepansminda problematisch. Es gibt hier sehr viele Russen, die von Ordnung in der Warteschlange nichts halten ( es wird gedrängt bis zum geht nicht mehr ). Es gibt auch zwischen den Grenzposten einen Tunnel. Da die Schlange auch in diesem verläuft, stinkt es dort von Abgasen. Furchterregend. Aber den Wagen kann man nicht einfach dort stehenlassen, da bei kleinster Bewegung der Schlange werden Sie von den anderen wartenden überholt. Habe an der Grenze Richtung Georgien ca. 4 Stunden, Richtung Russland ( Visum erforderlich !) 9 Stunden verbracht.
    Es geht auch mit der Fähre (wenn man Zeit hat – Verspätungen sind an der Tagesordnung, vor ein paar Tagen hatte ich knapp 2 Tage Verspätung aus Batumi nach Chernomorsk ). Aber man kann dabei Auch Odessa besichtigen – Lohnenswert ! Allerdings ist es lieber auf dem Rückweg aus Georgien die Fähre zu meiden. Die Fähre selbst geht, aber die ukrainischen Formalitäten in Chernomorsk sind eine Zumutung hoch drei. Pässe wurden 9 mal ( ! ) kontrolliert, keinerlei Informationen was man noch zu erledigen hat. Alleine der Laufzettel ( wenn man schon erfragt hat wo der zu kriegen ist ) wird in 6-facher Anfertigung gemacht. Wir haben alleine bei den diversen Kontrollen 5 Stunden verbracht.
    Zu den Reisezielen in Georgien. Einige sind praktisch nur mit einem Geländegängigen Wagen zu erreichen. So zum Beispiel die Fahrt über Abano Pass ( knapp 2.900 m hoch ) nach Omalo und weiter nach Dartlo und Parsma, nach Shatili oder Ushguli sind mit dem normalen Wagen kaum zu bewältigen.

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