Georgische Küche: Dieses georgische Essen solltest Du unbedingt probieren

Anne Duchstein | reisefroh.de Autor/in: Anne Duchstein

Die georgische Küche ist deftig, fleischhaltig und erinnert an gute Hausmannskost. Zumindest dachten wir das vor unserer Reise dorthin – und haben uns ganz schön geirrt! Natürlich findet man auch viel Fleisch und reichhaltige Gerichte, aber das georgische Essen kann noch weitaus mehr.

Es ist raffiniert gewürzt, voller Aromen und zu meiner großen Freude – auch ein Paradies für Vegetarier.

 

Hier erfährst Du welche georgischen Spezialitäten Du bei Deiner nächsten Georgien Reise oder dem nächsten Besuch eines georgischen Restaurants nicht verpassen solltest. 🙂

 

Georgische Küche: Voller Tradition & Raffinesse

 

Was sind die kulinarischen Besonderheiten der georgischen Küche?

Georgisches Essen ist ein Spiel der Gewürze, voller Walnüsse, Gemüse- & Fleischvarianten. Es hält einige unerwartete kulinarische Schätze für Dich parat. Salate werden mit Walnusspasten verfeinert, Fleischspieße vor dem Grillen mariniert, aus Kidney-Bohnen ein leckeres Mousse hergestellt und dann gibt es da noch die Khinkalisgefüllte Teigtaschen, die zum Dahinschmelzen lecker sind!

Ist georgisches Essen international bekannt?

Georgier sind echte Meister in der Küche und – zumindest in Richtung Nordosten – weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Früher galt die georgische Küche auch als die Haute Cuisine der Sowjetunion und noch heute gibt es in Russland, insbesondere in St.Petersburg und Moskau, etliche georgische Restaurants.

Gibt es in der georgischen Küche auch vegetarische Gerichte?

Überraschend groß ist die Auswahl an vegetarischen Gerichten. Wirft man einen Blick auf die Speisekarten so gibt es neben leckeren Fleischkreationen auch jede Menge Gemüse. Grund dafür ist der strenge orthodoxe Glaube zu dem sich die meisten Georgier bekennen. Denn die orthodoxe Kirche kennt viele Fastenzeiten in denen auf Fleisch verzichtet wird.

 

Hier findest Du die Top 10 Gerichte der georgischen Küche, unterteilt in Vorspeisen, Hauptspeisen und natürlich Desserts!

 

Georgische Küche: Toller Geschmack

Sebastian in einem Restaurant in Tiflis, vor ihm die herzhaften Khinkalis.

 

 

Georgische Vorspeisen

 

Während unserer 4 Wochen in Georgien gab es Tage, an denen wir uns nur Vorgerichte mit Brot bestellt haben… So groß ist die Auswahl und so lecker schmecken all die Kleinigkeiten!

 

 

Mit Walnusspaste gefüllte Auberginen (Badridschani) | Top 1

 

Georgische Küche: Auberginen Mousse vegetarischEines unserer absoluten Lieblingsspeisen ist das sog. Badridschani. Nahezu täglich haben wir uns das köstliche Auberginen-Gericht bestellt. Dabei werden die Auberginen zuerst gebraten, anschließend mit einer Art Walnuss-Pesto gefüllt und aufgerollt.

Zur Herstellung der Walnusspaste werden diese zuerst ganz fein gemahlen, mit Knoblauch und einer Art Safran gewürzt.

 

Den letzten Pfiff bekommt die Speise aber durch die leicht säuerlichen Granatapfelkerne und die aromatischen Kräuter mit denen die Auberginenrollen garniert werden.

 

Georgische Küche: Badridschani

 

 

Spinatsalat mit Walnüssen | Top 2

 

Spinat ist nicht nur gesund, sondern auch in Kombination mit der typisch georgischen Walnusspaste absolut fantastisch!

Der Spinat wird zuerst gekocht anschließend mit den gemahlenen Nüssen vermengt, mit Knoblauch abgeschmeckt und mit den rot leuchtenden Granatapfelkernen serviert.

Dazu passt hervorragend ein warmes georgisches Brot. 🙂

 

 

Im Tontopf gebackene Pilze | Top 3

 

Pilze sind so etwas wie ein georgisches Grundnahrungsmittel.

Zur Zubereitung dieses Gerichts wird der Stil der Pilze entfernt und der Pilzhut entweder mit einer zarten Gemüsebrühe oder etwas Käse gefüllt. Danach werden die Champignons mit grobem Salz überstreut gebacken.

Beim Servieren wird der gesamte Tontopf auf den Tisch gestellt und die Pilzfüllung brodelt meistens noch kochend heiß.

 

Georgische Küche: Pilze Tontopf

 

 

Georgische Hauptspeisen

 

Chinkali (Khinkali) – georgische Teigtaschen | Top 4

 

Georgische Küche: NationalgerichtSofort nachdem wir Georgien verlassen hatten, begannen wir schon diese leckeren Teigtaschen zu vermissen. Zur Zubereitung der Khinkalis wird ein dünner Teig aus Mehl, Wasser und Salz hergestellt, gefüllt, in Falten gelegt und danach im Salzwasser gegart.

Die Füllungen sind traditionell aus Hackfleisch und Kräutern, Kartoffeln, Käse oder Pilzen. Letzteres ist unser unangefochtener Favorit!

 

Durch das Garen im Salzwasser werden die Khinkalis unglaublich saftig! Das ist auch der Grund warum sie immer mit der Hand gegessen werden. Denn nur so kann man es schaffen, dass die Gewürzbrühe gleichzeitig getrunken werden kann und nicht auf dem Teller verloren geht.

 

Georgische Küche: Khinkali

 

 

Khachapuri – das Essen zum satt werden | Top 5

 

Das wahrscheinlich deftigste und beliebteste Gericht der georgischen Küche ist Chatschapuri (auf Speisekarten auch unter der englischen Variante Khachapuri zu finden). Es ist nicht nur typisches Street-Food, sondern auch Bestandteil jedes noch so guten Restaurants. Je nach Region gibt es das Chatschapuri in unterschiedlichen Varianten.

 

Die folgenden Zutaten dürfen dabei aber nie fehlen:

 

Der absolute Klassiker ist das aus der Region Adscharien stammende Chatschapuri Atscharuli.

Dazu wird aus Brotteig ein Schiff geformt, dessen Inneres mit Käse gefüllt wird. Überbacken wird es mit einem Spiegelei und als sei das nicht schon deftig genug, darf ein großzügiges Stück Butter nicht fehlen. Dieses Gericht ist eine absolute K.O.-Bombe und sollte nur dann bestellt werden, wenn Dein Bett in unmittelbarer Nähe ist. 😉

 

Schmecken tut es aber fantastisch – wie könnte es bei dieser Kombination auch anders sein?

Manchmal ist Chatschapuri auch wie eine Pizza geformt und die Füllung befindet sich im Inneren des Hefeteigs. Je nach Rezept wird der Hefeteig gelegentlich durch Blätterteig ersetzt.

 

Georgische Küche: Khachapuri

 

 

Lobiani – Mit Bohnenmousse gefülltes Chatschapuri | Top 6

 

Eine etwas leichtere Variante ist Lobiani. Hier wird der Käse des Chatschapuris durch ein leckeres Mousse aus Kidneybohnen ersetzt, das sog. Lobio. Zwar macht diese Kreation nicht weniger satt, aber man kann sich danach definitiv schneller noch einmal vom Stuhl erheben. 😀

Lobiani gibt es auch in unterschiedlichen Größen und Formen. Meistens ist es aber rund geformt wie eine Pizza und auch ähnlich groß!

 

 

Mzwadi – Georgisches Schaschlik | Top 7

 

Mzwadi ist so etwas wie der georgische Picknick-Klassiker und eines der Nationalgerichte des Landes.

Bevor die Fleischspieße über offener Glut gegrillt werden, werden sie einige Stunden lang in einer Marinade aus Zwiebeln, Pfeffer, Salz, Lorbeer, Wein oder Essig eingelegt. Durch die Marinade werden die Spieße butterzart. Zur Zubereitung von Mzwadi wird entweder Schafs-, Huhn-, Kalb- oder Schweinefleisch verwendet.

Als Saucen werden zum Fleisch häufig süße Pflaumen oder eine Mirabellensauce (Tkemali), Tomatensauce (Sasebela) oder ein sehr scharfer Dipp auf Peperoni-Basis (Adschika) gereicht.

 

Georgische Küche: Mzwadi Schaschlik

 

 

Tschachochbili – Hähncheneintopf | Top 8

 

Es gibt eine Vielzahl leckerer Eintöpfe, besonders gut geschmeckt hat Sebastian aber das Tschachochbili. Im Gegensatz zu vielen deutschen Eintöpfen ist die georgische Variante meist recht leicht. Die verwendeten Gewürze sollen immer den natürlichen Geschmack der Hauptzutaten hervorheben.

Dementsprechend köstlich schmeckt das in einer Tomaten-Zwiebelsauce gegarte Hähnchen auch.

 

Georgische Küche: Tschachochbili

Für mich gibt es eine abgewandelte Form – ein Tschachochbili mit Gemüse. 🙂

 

 

Georgiens verführerischer Nachtisch – Tschurtschchela | Top 9

 

In Georgien gibt es eine vergleichsweise geringe Auswahl an wirklich typisch georgischem Nachtisch.

Deshalb stehen gerade in Restaurants, deren Zielgruppe Reisende sind, viele westliche Süßspeisen wie etwa Brownies mit Eiscreme oder dünne Pfannkuchen mit Schokosauce auf der Karte.

 

Tschurtschchela hingegen findet man meistens nicht in Restaurants, dafür aber an kleinen Straßenständen. Die Grundlage für dieses Gericht bilden Walnüsse, die mit einer Traubensaft-Kuvertüre überzogen werden, die die Nüsse geleehaft umhüllt.

Manchmal – und auch das ist typisch georgisch – wurde dem Traubensaft noch etwas Wein beigemengt. 😉

 

Georgische Küche: Tschurtschchela

Tschurtschchela in verschiedenen Farben und Geschmäckern – ganz traditionell vom Straßenstand.

 

 

Georgische Getränke | Top 10

 

Tschatscha

 

Tschatscha ist ein sehr starker georgischer Schnaps mit einem Alkoholgehalt von nicht selten 70%. Eigentlich mal ein Nebenprodukt der Weinproduktion, hat sich der Tschatscha heute fest in der georgischen Trinkkultur etabliert.

Der Tschatscha wird gerade von der Landbevölkerung heute noch häufig selbst gebraut. Weintrauben werden dabei je nach Geschmack auch gerne durch andere Beeren ersetzt.

 

 

Georgischer Wein

 

Die Georgier sind mit Stolz erfüllt, wenn sie erzählen, dass ihr Land zu den Ursprungsländern des Weinanbaus gehört.

In Mzcheta – einer Kleinstadt in der Nähe von Tiflis – wurden über 4.000 Jahre alte Tonkrüge mit Traubenkernen gefunden. Die Anfänge des Weinanbaus werden hier sogar auf vor über 7.000 Jahre geschätzt.

 

Heutzutage ist georgischer Wein weltbekannt und im Gegensatz zu dem schweren französischen Bordeaux schmeckt er köstlich erfrischend und deutlich leichter. Weinproben kann man im ganzen Land machen. Besonders viel Wein wird aber in der Region Kachetien, im Osten des Landes, angebaut.

 

Georgische Küche: Wein und Tschatscha

Weinprobe im Keller: Wir stoßen an auf den köstlichen georgischen Rotwein.

 

 

Trinkkultur, Tischsitten & Bräuche

 

Georgier feiern und tanzen für ihr Leben gerne, lieben ihren selbstgebrauten Tschatscha, trinken zum Essen eine gute Flasche Wein und haben sich bis heute ihre traditionelle Trinkkultur bewahrt.

Kommt es zu einer georgischen Supra, einer großen Tafel an der sich Freunde, Familie und Gäste versammeln, dann werden die alten Tischsitten voller Herzblut gelebt.

 

Auf dem Tisch steht selten Dekoration. Vielmehr wird er mit jeder Menge Essen gefüllt und das darf auf keinen Fall leer gehen. Den ganzen Abend über sorgt die Gastgeberin mit weiteren Frauen in der Küche für Nachschub und kocht was das Zeug hält.

 

Eine ganz besondere Rolle nimmt an einem solchen Abend der Tamada ein, der Tischmeister. Er muss trinkfest sein, die traditionellen Trinksprüche beherrschen, eloquent sein und sich überaus aufmerksam um alle Anwesenden kümmern.

Während der gesamten Supra wird er nicht nur dafür sorgen, dass die Reihenfolge der Trinksprüche eingehalten wird, sondern er wird auch an jeden der Gäste sehr persönliche, tiefgründige Worte richten, die Gläser stets auffüllen und für die nötige Tischsitte sorgen.

Meistens übernimmt diese Rolle der Gastgeber, bei größeren Festen wird er von der gastgebenden Familie ausgewählt. Tamada zu sein ist eine große Ehre, die vor allem sehr lebenserfahrenen Männern zugeteilt wird.

 

Georgische Küche und georgisches Essen

In Tiflis wurde dem Tamada zu Ehren eine Statue errichtet. In der Hand hält er das Horn eines Steinbocks, aus dem heute noch gerne Wein getrunken wird. Da man das Horn aber nicht abstellen kann, muss es mit einem Mal leer getrunken werden! 😉

 

Schon gewusst? Früher galt die georgische Küche als Haute Cuisine der Sowjetunion und noch heute gibt es in Russland, insbesondere in St.Petersburg und Moskau, etliche georgische Restaurants.

 

 

Georgische Küche: Unser persönliches Fazit

 

Anne & Sebastian von reisefroh.deDas georgische Essen war das unangefochtene kulinarische Highlight unserer Campervan-Reise durch den Kaukasus, Iran und Zentralasien.

Während wir bisher vor allem thailändisches Essen, vietnamesisches Essen und indisches Essen zu unseren Lieblings-Nationen zählen ist seit einiger Zeit auch die georgische Küche ganz oben mit dabei. 🙂

 

Du möchtest die besten georgischen Gerichte daheim nachkochen? Mit diesen Kochbüchern gelingt es Dir bestimmt:

 

 

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GEORGIEN

 

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1 Kommentar

  1. Bin begeistert! Georgische Küche hatte ich bisher noch ÜBERHAUPT nicht auf dem Schirm!! Sieht alles Fantastisch aus – werde woihl bald einem Georgischen Restaurant einen Besuch abstatten müssen 🙂 Danke für die Inspiration

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