Tipps für eine nachhaltige Low-Budget-Reise durch Thailand

Anne Duchstein | reisefroh.de Autor/in: Anne Duchstein

** Gastbeitrag: Stefany Seipp **

Thailand ist ein extrem beliebtes Fernreiseziel für Touristen – nur leider geht dies auch oft auf Kosten der dortigen Natur. Was früher einmal ein Urlaubsparadies war, ist heute durch Abgase und die Hinterlassenschaften von Touristen geprägt.

Allerdings musst Du Dich nicht in die Gruppe dieser Touristen einreihen, die das Land in schlechterem Zustand verlassen, als sie es vorgefunden haben. Mit ein paar Tipps kannst Du die thailändische Natur auf nachhaltige Weise genießen und musst dabei auch nicht mal besonders viel Geld ausgeben.

 

Tipp #1: Auf Inlandsflüge verzichten

 

Thailand ist nicht besonders groß und dennoch nutzen viele Reisende Inlandsflüge, um von A nach B zu gelangen. Das ist nicht nur unnötig, sondern auch umweltschädigend und geldfressend.

Da der öffentliche Nahverkehr mit klimatisierten Bahnen und Bussen sehr gut ausgebaut ist, solltest Du lieber auf diese umweltfreundlicheren Transportmöglichkeiten zurückgreifen – und für umgerechnet ein paar Euro legst Du hier schon sehr große Strecken zurück.

 

Nachhaltig reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Züge und Busse sind nicht nur umweltfreundlich, sondern auch günstig!

 

Tipp #2: Nachhaltige Unterkünfte wählen

 

Schon bei der Auswahl der Unterkunft kannst Du sehr nachhaltige Entscheidungen treffen. Sehr beliebt sind in Thailand sogenannte Homestays. Sie sind günstiger als Hotels und Du übernachtest direkt bei thailändischen Familien. Die Thais sind dafür bekannt, ein extrem gastfreundliches und liebenswürdiges Volk zu sein, weshalb eine Übernachtung im Homestay sicher eine tolle Erfahrung für Dich ist.

Begegne den Locals stets mit Respekt und Interesse, dann lassen sie Dich meist liebend gerne an ihrer Geschichte und ihren Traditionen teilhaben. Auch so manche Einladung zu einem leckeren Essen oder traditionellen Festen könnte dabei für Dich herausspringen. 🙂

 

Wenn Du Hotels bevorzugst, achte auch dort auf Nachhaltigkeit. Von der Regierung unterstützte Programme wie zum Beispiel das „Green Leaf Programm“ für Hotels garantieren, dass das Hotel nachhaltig betrieben wird und Du dort guten Gewissens Urlaub machen kannst. Ganz speziell für die Stadt Chiang Mai findest Du auch in unserem Beitrag Chiang Mai Hotels etliche Hotel-Tipps.

 

Thailand nachhaltig reisen

Mit gutem Gewissen in einem nachhaltigen Hostel übernachten!

 

Tipp #3: Lokal essen gehen

 

Das thailändische Essen ist sehr gesund und lecker, deshalb solltest Du es Dir nicht entgehen lassen. Meist kostet es auch extrem wenig, vor allem für europäische Verhältnisse. Thai Gerichte kosten meist nur zwischen 30 und 40 Baht, was umgerechnet nicht einmal 1,20€ entspricht. Für nur wenig Geld pro Tag lebst Du hier wie Gott in Frankreich. Gehe bei den Locals oder auf Streetfoodmärkten essen und lass es Dir so richtig schmecken.

Das Essen ist dort meist besser, schneller und günstiger. Vergiss auch nicht das Trinkgeld, das ist in Thailand stets gerne gesehen. Übertreibe es damit aber aufgrund der für euch niedrigen Preise nicht! Die üblichen 10 Prozent sind eine gute Richtlinie, an die Du Dich halten kannst.

 

Nachhaltig reisen in Thailand

Märkte in Thailand schonen den Geldbeutel und sind ein Genuss!

 

Tipp #4: Volontourism

 

Eine ganz andere Art, Urlaub zu machen und dabei auch noch etwas Gutes zu tun, ist der sogenannte Volontourism. Hier kannst Du bei Deiner Reise in verschiedenen Organisationen mithelfen, die Thailand zu einem besseren, nachhaltigeren Ort machen wollen. Du kannst zum Beispiel in einem Elefantencamp mithelfen oder der Landbevölkerung Englisch beibringen – Möglichkeiten, sich zu engagieren, gibt es viele.

Oftmals bieten die Betreiber dafür auch eine Unterkunft an, die Du dann nicht mehr extra bezahlen musst. So entwickelst Du ein ganz anderes Reisebewusstsein.

 

Nachhaltiges reisen Thailand

In nachhaltigen Initiativen mithelfen und die eigene Reise bereichern! 🙂

 

Tipp #5: Auf Touristenattraktionen verzichten, die auf Kosten von Tieren gehen

 

So beliebt sie sein mögen, so qualvoll sind sie häufig auch für die Tiere – die Rede ist von Touristenattraktionen wie Elefantenritten. Auf dem Rücken eines Elefanten erkunden Reisende die schöne Insel. Nur, dass ein Elefant meist qualvoll darauf trainiert wurde, Menschen auf seinem Rücken reiten zu lassen, erkennen viele nicht.

Frage Dich bei jeder Touristenattraktion, die mit Tieren zu tun hat, ob diese dem natürlichen Verhalten der Tiere entspricht. Wenn nein, wie im Falle eines Elefantenritts, verzichte den Tieren zuliebe besser darauf.

 

Nachhaltiges reisen durch Thailand

Elefantenreiten ist für die Tiere selbst sehr qualvoll! Bitte verzichte darauf während Deiner Reise und beobachte die Tiere lieber in ihrem natürlichen Umfeld.

 

Tipp #6: Keinen Müll liegen lassen

 

Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, dass man den Müll, den man erzeugt hat, auch fachgerecht entsorgt – eigentlich. Viele tun das nämlich nicht, sondern lassen ihre Wasserflaschen und Essensreste einfach am Strand liegen. Das sieht nicht nur unschön aus, es trägt auch zur Verschmutzung der Weltmeere bei – und das will wirklich niemand.

Natürlich ist es noch besser, wenn Du erst gar keinen Müll produzierst, zum Beispiel durch das Mitnehmen von Jutebeuteln als Einkaufstaschen, wiederauffüllbare Trinkflaschen aus Edelstahl oder durch Tupperboxen, die Du Dir auf den Straßenmärkten auffüllen lasst. Versuche einfach, jeden Ort so zu verlassen, wie Du ihn vorgefunden hast – oder noch besser. Dann trägst Du bereits sehr viel zu einem nachhaltigen Thailand bei.

 

Nachhaltig reisen Thailand Strand

Müllfreie Strände sind einfach viel schöner!

 

Nachhaltig Reisen in Thailand – Fazit

 

Thailand ist ein wunderschönes Urlaubsziel mit einer sehr freundlichen Bevölkerung. Darum ist es auch auf jeden Fall eine Reise wert. Da Thailand aber mit Verschmutzungen sowie Abgasen zu kämpfen hat, ist es umso wichtiger, dass Du, wenn ihr dort Urlaub machst, ein wenig auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz achtest und die Kultur der Thais respektierst.

Verhalte Dich also offen und respektvoll den Menschen und der Natur gegenüber und beherzige die oben genannten Tipps, dann sollte einer budgetschonenden, sanften Thailandreise nichts mehr im Weg stehen. Weitere Tipps für Backpacker findest Du in unserem Beitrag Backpacking Thailand (inkl. unserem täglichen Reisebudget).

 

Über die Autorin

Stefany Seipp leitet das Informationsportal für nachhaltigen Tourismus, Green Pearls. Die wichtigen Werte in der Firmenphilosophie des Darmstädter Unternehmens sind Nachhaltigkeit und Komfort, sowie Umweltschutz und die Optimierung des sozialen Gleichgewichts.

 

✏  Warst Du schon einmal in Thailand? Was sind Deine Erfahrungen mit dem Müllproblem und der Verschmutzung? Hast Du noch weitere Tipps für uns? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar! 🙂

 

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Hier findest Du noch viele weitere Infos & Artikel zu diesem faszinierenden Land:

THAILAND

 

4 Kommentare

  1. Hi
    Cool das ihr viele Tipps gebt wie sich jeder verantwortungsvoller Verhalten kann um seinen impact beim Reisen geringer zu halten.

    Einen ergänzenden Punkt möchten wir gerne anbringen:

    „Wasserflaschen lassen sich in Thailand meist nicht vermeiden.“
    Es gibt Möglichkeiten weniger Plastik zu verbrauchen im Bezug Trinkwasser:
    -z.B Leitungswasser abkochen (wenn bekannt ist dass es keine Chemikalien enthält)
    -oder ein zwei Filter system verwenden: der 1.Filter besteht aus Aktiv Kohle und entfernt Partikel, Chemikalien. Der 2.Filter ist ein Nanofilter welcher Mikroorganismen entfernt. Wir haben es 8 Monate in Südamerika getestet und sehr gute Erfahrungen gemacht.

    • Hallo 🙂
      Dankeschön für diesen wertvollen Hinweis! Ich finde es klasse, dass ihr so umweltbewusst reist. Das stimmt natürlich, dass man mit entsprechender Wasseraufbereitung und wiederverwendbaren Trinkflaschen auch in Thailand Plastikflaschen vermeiden kann. Unser Artikel über faltbare, wiederverwendbare Trinkflaschen ist schon online und der über die Wasseraufbereitung folgt in Kürze. Dann werde ich diesen Artikel entsprechend anpassen und die Alternativen aufzeigen. 🙂
      Wir wünschen euch viel Spaß auf euren Reisen.
      Liebe Grüße,
      Anne 🙂

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