Camping in Spanien: die besten Reisetipps und 6 schönsten Campingplätze

Die schönsten Campingplätze in Spanien

Bernard Miletic Profilbild reisefroh

Spanien ist eines der beliebtesten Campingländer Europas – lange Saison, dichte Platzinfrastruktur und Küstenabschnitte, an denen Du im Oktober noch baden kannst. Gleichzeitig ist es das Land, in dem die meisten Camper in Bußgelder laufen, weil sie die Regeln zum Wildcampen falsch verstehen.

Dieser Guide klärt zuerst das Praktische – Rechtslage, Saison, Kosten, Strom und Gas – und stellt danach die Camping-Regionen sowie sechs konkrete Plätze an der Costa Brava, der Costa Dorada und auf Menorca vor.

Camping in Spanien: Das Wichtigste auf einen Blick

Ist Wildcampen in Spanien erlaubt?

In aller Regel nein. Freies Campen („acampada libre“) ist in praktisch allen autonomen Regionen untersagt oder stark eingeschränkt – besonders in Küstennähe, in Naturparks und Schutzgebieten. Die Bußgelder setzen die Regionen selbst fest und sie fallen unangenehm aus.

Was kostet Camping in Spanien?

Für Stellplatz, zwei Erwachsene und Strom zahlst Du in der Hochsaison an der Küste grob 35 bis 60 Euro pro Nacht. In der Nebensaison mit Rabattkarte liegt derselbe Platz oft bei gut 20 Euro. Die Spanne ist groß – sie hängt stärker von der Woche als vom Platz ab.

Wann ist die beste Reisezeit?

Mai, Juni und September sind der Kompromiss aus Wetter, Preis und Andrang. August ist spanische Ferienzeit: teuer und voll. Für Überwinterer sind Costa Blanca und Andalusien die Regionen, weil dort viele Plätze ganzjährig öffnen.

Geht Camping auch auf den Balearen?

Nur eingeschränkt. Auf Mallorca gibt es praktisch keine klassischen Campingplätze, auf Menorca und Ibiza jeweils eine Handvoll. Wer mit eigenem Fahrzeug übersetzen will, braucht die Fähre und sollte in der Hochsaison früh buchen.

Wildcampen, Pernocta und Stellplätze – die Rechtslage

Der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse entstehen: Spanien unterscheidet zwischen acampar und pernoctar.

  • Acampar (campen) heißt: Du machst das Fahrzeug „breit“ – Markise ausgefahren, Stützen heruntergekurbelt, Tisch und Stühle draußen, Zelt aufgebaut. Das ist außerhalb von Campingplätzen so gut wie überall verboten.
  • Pernoctar (übernachten) heißt: Du stehst mit einem geschlossenen, autarken Fahrzeug auf einem regulären Parkplatz innerhalb einer Parklücke und schläfst darin. Das gilt vielerorts als Parken und wird geduldet – solange es nicht ausdrücklich verboten ist.

Das „solange“ ist entscheidend: Gemeinden dürfen die Übernachtung eigenständig untersagen, und viele Küstenorte tun das auch. Ein durchgestrichenes Wohnmobil-Schild am Ortseingang ist ernst gemeint und wird im Sommer kontrolliert. Verlass Dich nicht darauf, dass es „letztes Jahr noch ging“.

Die entspannte Alternative sind die áreas de autocaravanas – ausgewiesene Wohnmobilstellplätze, die es inzwischen fast flächendeckend gibt. Viele sind kostenlos oder kosten wenige Euro, meist mit Frischwasser und Entsorgung. Für eine Durchreisenacht sind sie fast immer die bessere Wahl als die Grauzone am Strandparkplatz.

Beste Reisezeit und Saison

Die Plätze an der katalanischen Küste öffnen typischerweise um Ostern und schließen im Oktober. Wer außerhalb dieses Fensters fährt, muss vorher prüfen, ob der Wunschplatz überhaupt auf hat – gerade im März und November ist an der Costa Brava vieles zu.

Weiter südlich verschiebt sich das Bild: An der Costa Blanca und in Andalusien haben viele Plätze das ganze Jahr geöffnet und leben im Winter von Langzeitgästen aus Nord- und Mitteleuropa. Wer im Januar mit dem Wohnmobil in Spanien steht, steht in der Regel dort – und sollte wissen, dass die guten Plätze für die Wintermonate teils schon im Sommer ausgebucht sind.

Der August ist eine eigene Kategorie. Dann haben die Spanier selbst Ferien, die Küstenplätze sind voll, und die Preise stehen auf dem Jahreshöchststand. Wenn Du zeitlich flexibel bist, sind die beiden Wochen vor und nach den spanischen Schulferien deutlich angenehmer.

Was Camping in Spanien wirklich kostet

Als grobe Orientierung – stark saison- und platzabhängig:

  • Stellplatz, 2 Erwachsene, Strom, Hochsaison Küste: etwa 35–60 € pro Nacht
  • Dasselbe in der Nebensaison mit Rabattkarte: häufig um die 20–25 € pauschal
  • Mobilheim oder Bungalow in der Hochsaison: meist Wochenpreise im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich
  • Área de autocaravanas: 0–15 €, oft inklusive Ver- und Entsorgung

Der größte Hebel in der Nebensaison sind die Rabattsysteme. Mit der ACSI CampingCard oder Camping Key Europe zahlst Du auf teilnehmenden Plätzen außerhalb der Hauptsaison einen festen Nachtpreis – bei längeren Aufenthalten hat sich die Karte oft nach wenigen Nächten amortisiert. In der Hochsaison gelten die Rabatte allerdings nicht.

Kalkuliere außerdem die Anreise ein: Die französischen Autobahnmauten Richtung Katalonien summieren sich, und Diesel ist in Spanien meist günstiger als in Frankreich – vollgetankt über die Grenze zu fahren, lohnt sich selten.

Praktisches für Wohnmobil und Wohnwagen

Strom: wenig Ampere, oft vertauschte Polung

Spanische Plätze sind häufig mit 6 Ampere abgesichert, ältere Plätze auch mit weniger. Klimaanlage und Wasserkocher gleichzeitig sind damit nicht drin – die Sicherung fliegt zuverlässig. Verteile Verbraucher lieber über den Tag.

Dazu kommt eine Eigenheit, die viele überrascht: In Spanien ist die Polung an der Säule oft vertauscht. Für die meisten Geräte ist das unkritisch, für manche Elektronik und aus Sicherheitsgründen nicht. Ein einfacher Polaritätstester für ein paar Euro gehört deshalb ins Gepäck – und ein Adapterkabel, falls der Platz noch alte Schuko-Dosen statt CEE hat.

Gas: Deutsche Flaschen bekommst Du nicht getauscht

Deutsche oder österreichische Propanflaschen kannst Du in Spanien nicht tauschen. Die spanischen Repsol- oder Cepsa-Flaschen für den Hausgebrauch setzen offiziell einen Vertrag voraus, im Campingfachhandel gibt es aber kleinere Flaschen ohne größere Hürden.

Wer öfter in Südeuropa unterwegs ist, fährt mit einer fest eingebauten, wiederbefüllbaren Gasanlage deutlich entspannter: Autogas (GLP) ist in Spanien gut verfügbar. Wichtig ist der passende Fülladapter – die Anschlüsse unterscheiden sich von Land zu Land, und ein Adapterset kostet weniger als eine verpatzte Reisewoche.

Wasser und Entsorgung

Leitungswasser ist in Spanien grundsätzlich trinkbar, schmeckt an der Küste durch die Entsalzungsanlagen aber oft deutlich chlorig. Viele Camper nutzen es zum Kochen und kaufen Trinkwasser dazu. Auf den Plätzen sind Ver- und Entsorgung Standard, unterwegs findest Du sie an den áreas und an vielen Tankstellen.

Die Camping-Regionen Spaniens im Überblick

Costa Brava – die dichteste Platzlandschaft

Rund 200 Kilometer Küste zwischen der französischen Grenze und Blanes, mit Felsbuchten, Kiefernwäldern und der höchsten Campingplatzdichte des Landes. Für Anreisende aus Mitteleuropa die naheliegendste Wahl: Von der Grenze bist Du in weniger als einer Stunde am ersten Platz. Girona und Barcelona liegen als Tagesausflüge in Reichweite, ebenso die Naturparks Cap de Creus und Montgrí.

Costa Dorada – flacher, familiärer, wärmer

Südlich von Barcelona werden die Strände länger und flacher – gut für Familien mit kleinen Kindern. Das Klima ist etwas milder als an der Costa Brava, die Preise sind meist eine Spur niedriger. Tarragona mit seinen römischen Resten und der Freizeitpark PortAventura sind die bekanntesten Ziele der Region.

Costa Blanca – das Winterquartier

Rund um Alicante, Benidorm und Dénia liegt die Region mit den meisten ganzjährig geöffneten Plätzen. Im Winter ist das die europäische Adresse für Langzeitcamper, entsprechend ausgebaut sind die Plätze: feste Infrastruktur, Sprachkurse, Veranstaltungsprogramm. Wer Ruhe sucht, ist hier im Januar nicht unbedingt richtig.

Andalusien – Weite statt Küstentrubel

Andalusien lohnt sich für alle, die Camping mit Kultur verbinden wollen: Granada, Sevilla und Córdoba haben stadtnahe Plätze, die Costa de la Luz am Atlantik ist deutlich unaufgeregter als die Mittelmeerküsten. Im Hochsommer wird das Landesinnere allerdings sehr heiß – dann ist die Küste die vernünftigere Wahl.

Nordspanien – grün, kühl, unterschätzt

Baskenland, Kantabrien, Asturien und Galicien sind das Gegenprogramm: grüne Berge, raue Atlantikküste, deutlich kühlere Sommer. Für Juli und August ist das die angenehmste Ecke des Landes. Dafür regnet es häufiger, und die Saison ist kürzer.

Balearen – schön, aber dünn besetzt

Auf Mallorca gibt es faktisch keine klassischen Campingplätze. Menorca und Ibiza haben jeweils nur wenige. Die Überfahrt mit dem eigenen Fahrzeug ist möglich, aber teuer, und in der Hochsaison musst Du sowohl Fähre als auch Platz lange im Voraus buchen.

Sechs konkrete Campingplätze an Costa Brava, Costa Dorada und Menorca

Die folgenden sechs Plätze haben wir uns angesehen. Zur Einordnung: Sie gehören alle zur selben Kette (Yelloh! Village), sind durchgehend im gehobenen Vier-Sterne-Segment angesiedelt und damit eher Glamping als klassisches Camping. Wenn Du einen einfachen, günstigen Stellplatz suchst, wirst Du hier nicht fündig – dafür ist die Ausstattung mit Kindern kaum zu schlagen.

Sant Pol, Costa Brava – für Familien mit kleinen Kindern

Der Platz liegt 350 Meter vom Strand und 500 Meter vom Ortskern von Sant Feliu de Guíxols entfernt. Er ist klein und überschaubar, mit Pool und zwei Becken. Die Unterkünfte sind überwiegend kleine Ferienhäuser und Bungalows, zwischen Bäumen verteilt und architektonisch unterschiedlich. Für einige Premium-Häuser lassen sich Zusatzleistungen wie Halbpension oder Wäscheservice dazubuchen. Es gibt einen Kinderclub (5–7 Jahre) und einen Juniorclub (7–12 Jahre).

Im Ort findest Du Steinhäuser mit begrünten Fassaden und Straßencafés, am Strand kleine Buchten mit türkisfarbenem Wasser und Felsen zum Klettern – Wasserschuhe sind hier keine schlechte Idee.

Sant Miquel, Costa Brava – für Wassersportler

Sant Miquel liegt etwa 500 Meter vom Strand entfernt mitten in der Natur und hat ein eigenes Wassersportzentrum: Bootsausfahrten zum Tauchen und Schnorcheln inklusive Ausrüstung, dazu Kajaks und SUPs zum Mieten. Untergebracht wirst Du in Mobilheimen und Chalets. Auf dem Gelände gibt es Schwimmbäder mit Rutschen, Spielplatz, Sportplatz, Trampolin und Minigolf.

In der Umgebung lohnen das mittelalterliche Pals und die Fischerorte Palamós und L’Estartit. Für Naturliebhaber liegt der Naturpark Cap de Creus mit seinen geschützten Buchten in Reichweite.

Punta Milá, Costa Brava – für Naturverbundene

Punta Milá liegt im Naturpark Montgrí in einem Kiefernwald, mit direktem Zugang zum Strand Cala Montgó. Zur Wahl stehen Mobilheime, Chalets und Zelte mit Meerblick; das Highlight ist der beheizte Pool mit Jacuzzi, Kinderbecken und Rutschen. Neben Kinder- und Juniorclub gibt es hier auch einen Teensclub für 13- bis 17-Jährige.

Von hier aus kannst Du den Naturpark Cap de Creus erkunden, eine Bootsfahrt nach L’Escala unternehmen oder zu den Medes-Inseln hinausfahren. Girona ist ein lohnender Tagesausflug.

Camping Spanien direkt am Meer

Mas Sant Josep, Costa Brava – mit Aquapark

Der Platz liegt in Palamós mit Zugang zum Sandstrand. Das Alleinstellungsmerkmal ist ein großer Wasserpark mit langen Rutschen, Jacuzzi und Becken für Kinder und Erwachsene sowie einem Wellnessbereich. Dazu kommen Restaurant, Snackbar, Sportanlagen, Minigolf und Spielplätze. Die Unterkünfte reichen von Mobilheim-Suiten bis zum Zeltplatz für das eigene Iglu.

Vor Ort werden geführte Wanderungen und Radtouren angeboten; Girona und Barcelona sind als Ausflüge machbar.

Gavina, Costa Dorada – eine Stunde bis Barcelona

Wenn Du Stadt und Strand kombinieren willst, ist Gavina die praktischste Wahl: direkt am Strand gelegen und rund eine Stunde von Barcelona entfernt. Zur Auswahl stehen Mobilheime, Chalets und Bungalows; Zelt oder Wohnwagen kannst Du mieten oder Deinen eigenen mitbringen. Auf dem Gelände gibt es ein Schwimmbad mit Rutschen, Spielplatz und Minigolf.

Im Umland werden geführte Wanderungen und Ausritte angeboten, dazu die Dörfer, Märkte und Naturparks der Costa Dorada.

Les Baléares, Menorca – Glamping im Safari-Zelt

Der Platz liegt im Süden Menorcas direkt am Strand Son Bou und kombiniert Camping mit Glamping: Die Safari-Zelte sind mit Küche, Bad und eigenem Garten ausgestattet. Es gibt zwei Schwimmbäder – eines davon mit Meerwasser –, ein Wellnesscenter und einen Spielplatz.

Son Bou ist einer der längsten Strände der Insel und bietet Tauchen, Kajak und Surfen. Mahón, die Hauptstadt Menorcas, liegt in der Nähe. Denk daran, dass Du für die Anreise mit eigenem Fahrzeug die Fähre brauchst – und dass Menorca im Sommer als Naturschutzinsel deutlich ruhiger reguliert ist als Mallorca oder Ibiza.

Anreise: Route und Fähren

Aus Deutschland führt die klassische Route über Frankreich – entweder westlich über Lyon und Montpellier oder östlich an der Rhône entlang. Bis zur Costa Brava sind es von der deutschen Südgrenze aus rund 1.000 bis 1.200 Kilometer, realistisch also zwei Etappen mit einer Zwischenübernachtung in Südfrankreich.

Wer sich die Strecke sparen will, kann ab Italien oder Frankreich Fähren nutzen; für die Balearen setzen die Fähren vor allem in Barcelona, Valencia und Dénia über. In der Hochsaison gilt für Fahrzeugplätze dasselbe wie für Stellplätze: früh buchen.

Häufige Fragen zum Camping in Spanien

Brauche ich eine Umweltplakette?

Für die Umweltzonen in Madrid und Barcelona gelten eigene Regelungen. Wenn Du in die Innenstädte fahren willst, informiere Dich vorab – für die Küstenplätze selbst spielt das keine Rolle.

Kann ich mit Hund campen?

Die meisten Plätze erlauben Hunde gegen Gebühr, schließen sie aber von Pool- und teils auch Strandbereichen aus. Spanien hat viele Hundeverbote an Stränden in der Hauptsaison – abseits der Saison ist das deutlich entspannter.

Lohnt sich Camping gegenüber einem Hotel?

Beim Stellplatz mit eigenem Fahrzeug fast immer. Bei Mobilheimen in der Hochsaison ist der Preisvorteil gegenüber einer Ferienwohnung dagegen oft kleiner, als man denkt – hier lohnt der direkte Vergleich.

Fazit

Camping in Spanien funktioniert dann am besten, wenn Du zwei Dinge vorher klärst: ob Dein Wunschplatz zur Reisezeit überhaupt geöffnet hat, und wo Du legal stehen darfst, wenn Du nicht auf einem Platz übernachtest. Ist das geklärt, bekommst Du eine Kombination aus langer Saison, guter Infrastruktur und Küste, die in Europa schwer zu schlagen ist.

Unser Rat: Fahr im Mai, Juni oder September, nimm eine Rabattkarte mit, und plane die Nächte auf der Anreise über die áreas de autocaravanas statt über den Strandparkplatz.

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SPANIEN

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